Munchmuseet, MM K 2425

MM K 2425, Munchmuseet. Datert 17.11.1912. Brev fra Eberhard Grisebach.

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Jena d. 17 Nov. 1912.



    Lieber Herr Munch,


    herzlichen Dank für Ihren Brief.
Ich sende Ihnen anbei die Liste
der Gemälde. Die Winterland-
schaft aus Kragerö behielt Dr.
Reiche in Barmen

    Von der Graphik habe ich noch
einige Blätter zu guten Preise
verkauft, sodass ich hoffe, dass
Sie uns den Irrtum mit den
Tierbildern verzeihen werden.
Ich glaube Herrn Kollmann
gut orientiert und setzte nach
seinen Angaben den Preise fest.
Der Jude hat den Gewinn davon.

 

      

Es kommen immer noch Käufer
für die Graphik, ob‹er›\w/ohl die
Ausstellung schon geschlossen
ist. Viel wird nicht übrig
bleiben.

    Sie fragen, was ich von Cassierer
denke. Diese Collection bei
ihm auszustellen würde ich
nicht raten. Da Sie im Augen-
blick in Götaborg ausstellen,
wird es schwierig ein, die
Collection zu ergänzen.

    Ich möchte Ihnen folgendes
raten. Sparen Sie jetzt Ihre
Bilder für eine gra\o/sse Ausstel-
lung, die eine wirkliche Über-
sc\i/cht giebt. Ich bin sicher,

 

      

dass die Sezession bald mit
einem solchen Antrag an Sie
herantreten wird. Von diesen
kleinen Salonausstellungen
haben Sie keinen Nutzen, die
Kunsthändler ziehen damit
nur Menschen an, und Sie
haben viel Plage damit. Von
allen Seiten wird man Sie
bestürmen. Bewahren Sie sich
die Ruhe und Gleichgiltigkeit
gegenüber dem Marktgeschrei!
Cassierer tut schon so, als sei
er Ihr Mäzen und in München
glaubt man das und hält
das wachsende Interesse für
Cassierers Werk.

 

      

    Cassierer schrieb mir gestern er
hätte mit Ihnen vereneinbart, dass
ich ihm alles: Bilder u. Graphik
senden solle. Ich warte auf Ihren
Bescheid. Die verkauften Blätter
könnte ich ihm schwer senden,
da die Käufer sch sie schon er-
hielten.

    Wegen des Bilderkaufes (Dorf-
strasse in Krae\g/erö) möchte ich
Ihnen keine Unruhe machen.
Vielleicht geht der Sammler
mit seinem Angebot noch etwas
höher, etwas bis 4000 Franken.
Davon gingen dann 10% für
den Kunstverein ab.

    Herr von Sydow steht ‹mit›\zu/
zu\van/ de Velde in keiner Bezie-
hung.

 

      
    II.

Aber er ist  … \w/ie dieser an franzö-
sischer Kunst orientiert. Sollte
er so\i/ch wegen einiger Blätter
direkt an Sie gewendet haben,
sot bitte ich Sie ihm die ver-
langten Blätter durch den Kunst-
verein zugehen zu lassen. Sonst
fangen die Menschen alle an
direkt die Künstler zu be-
lästigen. Ihm lag nur daran
ein Autogramm von Ihnen
zu erhalten. Da Sydow in
der Kunsthistorie zu nichts kam,
ist er jetzt zur Philosophie über-
gegangen, aber e‹l›\r/ behandelt
die Philosophen e … \b/enso flüchtig
und von oben herab wie die
Künstler, mit vorschneller Kritik.

 

      

Sonst ist ein\er/ ein ganz harmlosen
netter Kerl.

    Der Vortrag von Dr. Glaser geht
morgen als Drucksache an Sie
ab.

    Prof. Graef war während Ihrer
ausstellung in Rom. Sonst
hätte er über Sie geschrieben.
Aber er ist zu sehr von van de
Velde beeinflusst und ich habe
nicht den Eindruck dass
er Sie versteht. Seine Abwesen-
heit war auch der Grund
weshalb ich die Bilder nicht
in Graefs räumen ausstellte,
sondern in denen des Kunst-
vereins, Sie sind ihm keinen
Dank schuldig.

 

      

War es diesmal auch nuu\r/ eine
Gelegenheitsausstellung, so war
ich doch froh darüber. Wenn
Sie wieder einmal enie Collec\k/tion
nach Deutschland senden
hoffe ich sehr, Ssie auch hier
zeigen zu dürfen.

    Ich will die Bilder gern in
unserm Keller bewahren, bis
Sie darüber verfügen. Nur das
grosse Bild macht mir Schwie-
rigkeit, da es zu gross ist fur
unsere Räume. Ich muss es
beim Spediteur lagern lassen.
Ich hoffe ba‹d›\l/d auf näheren
Bescheid.

    Sie müssen nun denken dass

 

      

ich mit Haut und Haa … \r/ Kunst-
händler geworden bin. Im Gegen-
teil ich stecke mehr denn je in
philosophiescher Arbeit und be-
nu … \t/ze das was ich für die Kunst
tun kann nur als Erha\o/lung.
Die nächste Zeit werde ich mich
sehr zurückziehen. Wirken ist
schön, aber Einsamkeit fördert
nur. Es gilt beider zu vereinen.

    
    Sehr herzliche Grüsse
    Ihr
Eberhard Grisebach.