Munchmuseet, MM K 2794

MM K 2794, Munchmuseet. Datert 15.03.1904. Brev fra Max Linde.

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Lübeck
15/III 04



    Lieber Herr Munch,


    Herr Kollmann schrieb mir,
dass Sie in Wien einige
Gemälde verkauft hätten und
den Wunsch hegten, ich möchte
Ihre Einnahmen in Depôt
nehmen, bis Sie derselben
bedürften. Ich bin hierzu
gerne bereit. Hoffentlich
sind Sie jetzt in Paris von
Verbindlichkeiten frei. Es ist
schade, dass bislang Ihre

 

      

schönen Erfolge Ihnen
noch keine gesicherte
Existenz geben konnten.
Zum grossen Teil hängt
das allerdings mit Ihren
unpraktischen Dispositionen
zusammen.

    Rosenhagen schrieb
mir gestern eine eigentüm-
liche Karte. Er war mit
Kollmann zusammenge-
wesen und als Folge dieser
Zusammenkunft glaubte
er, mir schreiben zu
sollen, man müsse jetzt
öffentlich vor dem über-
hand nehmenden und über-
schwenglichen Munch-
enthusiasmus warnen.
Sie werden also demnächst
bald von Rosenhagen

 

      

kalt gestellt werden. Koll-
manns übertriebene Agi-
tation schadet doch auch
wieder. Doch meint er
es ja gut. Immerhin
habe ich eben Rosenhagen
geschrieben, er solle doch
keine offene Thüren ein-
rennen. Mit Ausnahme
Kollmanns lebe in
Deutschland meines Wissens
kein Mensch, welcher
des Verbrechens eines
übertriebenen Munchenthu-
siasmus für schuldig
erklärt und deshalb be-
straft werden müsse. Es
kommt mir so vor, als
wenn jetzt Einer behaupten
wolle, das Ehepaar
Curie müsse öffentlich

 

      

dafür bestraft werden,
weil es durch die Ent-
deckung des Radiums zu
viel von sich reden mache.
Rosenhagen schickte mir
auch den Liebermannartikel
der neuen deutschen Rund-
schau
. Liebermann erweist
sich hier als tüchtiger
Seilkünstler. Er leugnet
das „lineare” in der Kunst,
(als ob seine Netzflickerin
nicht linear gedacht
wäre!) Man könnte mit
gleichem Recht den Pinsel-
strich oder den Schatten
leugnen. Leider durfte ich
den Artikel nicht behalten,
da Hans’chen ihn wieder-
haben wollte.

    
    Mit bestem Gruss!
    Ihr
Linde